Hyperaktivität: Westliche Ernährung macht Kinder krank

 

Fast Food, kaum frisches Obst und Gemüse – dieser Speiseplan kann ein Kind zum Zappelphilipp machen. Gesunde Mischkost dagegen senkt die Gefahr.

Rund fünf Prozent der Kinder haben ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung). Diese Zappelphilipp-Kinder leiden unter Konzentrationsschwächen und sind hyperaktiv. Weil die psychische Erkrankung die Kinder in ihrer schulischen Entwicklung stark beeinflussen kann, versuchen Forscher seit Langem, die Risikofaktoren zu identifizieren. Bekannt ist, dass die Genetik eine Rolle spielt. Dass auch die Ernährungsform die Erkrankung beeinflusst, wurde bisher nur vermutet.

Wissenschaftler vom Perth’s Telethon Institute for Child Health Research haben deshalb untersucht, welchen Einfluss die verschiedenen Ernährungsformen auf die Krankheit haben. Die Ernährungsexperten unter der Leitung von Wendy Oddy nutzten dazu die Daten einer Langzeitstudie mit 1800 Kindern und Jugendlichen. Die Auswertung ergab, dass 115 der jungen Probanden von ADHS betroffen waren.

Nun analysierten die Wissenschaftler die Ernährungsweise aller Studienteilnehmer und teilte sie in westliche und gesunde Diät ein. Zur westlichen gehörten Fertiggerichte, Fast Food, Snacks und Süßwaren, die gesunde zeichnete sich durch frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Fisch aus.

Wichtige Nährstoffe fehlen

„Wir fanden heraus, dass die westliche Ernährungsweise mit einem mehr als doppelt so hohen Risiko verbunden war, ADHS zu entwickeln im Vergleich mit einen Speiseplan, der auf diese Lebensmittel verzichtete und auf gesunde Kost setzt“, erklärt Wendy Oddy. Die Wissenschaftlerin vermutet, dass der Mangel an essenziellen Mikronährstoffen, wie Omega-3-Fettsäuren, eine wichtige Rolle spielen könnte. Sie sind wichtig für die Gehirnfunktion, vor allem für die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und Konzentration. Zusätzlich weisen die industriell verarbeiteten Lebensmittel eine Menge an Farbstoffen, Aromen und weiteren Zusätzen auf, die verbunden sind mit ADHS-Anzeichen.

Die Studie scheint also den Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und ADHS zu zeigen. Allerdings sei noch weitere Forschung nötig, um zu erkennen, welcher Mechanismus dafür exakt verantwortlich ist, betont Wendy Oddy und fügt an: „Es handelte sich um eine Querschnittsstudie, deshalb können wir nicht sicher sein, ob die schlechte Ernährung Ursache für die Krankheit ist, oder ob sich das bereits erkrankte Kind wegen seiner Hyperaktivität und Impulsivität schlecht ernährt.“

 

Quelle: Focus Online

Freitag 30.07.2010, 09:17