Foodwatch verleiht Negativ-Preis

 

„Goldener Windbeutel“ für Hipp-Kindertees

 

Dienstag, 19.06.2012, 10:50

 

Foodwatch: Diesen überzuckerten Kindertees sprachen Verbraucher den Preis „Goldener Windbeutel“ zu

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Konsumenten zur Abstimmung über „die dreisteste Werbelüge“ aufgerufen. Den ersten Platz erreichte ausgerechnet das Produkt eines Unternehmens mit gutem Ruf: Kindertee von Hipp.

Zuckerhaltige Instant-Tees für Kleinkinder der Firma Hipp haben zehntausende Verbraucher in einer Online-Abstimmung zur „dreistesten Werbelüge“ des Jahres gewählt. Wie die Verbraucherorganisation Foodwatch am Dienstag mitteilte, wird der Firma Hipp deshalb am heutigen Dienstag im bayrischen Pfaffenhofen/Ilm der „Goldene Windbeutel“ 2012 für Etikettenschwindel überreicht. Die Zuckergranulat-Tees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ enthalten den Angaben zufolge umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker je 200 ml-Tasse. Dennoch werden sie als „kindgerecht“ und „gesund“ beworben.

Hersteller will umstrittene Tees durch zuckerfreie Produkte ersetzen

Knapp 130 000 Verbraucher hatten sich laut Foodwatch an der Abstimmung beteiligt. Auf die Hipp-Tees seien mehr als 44 000 Stimmen entfallen, das sind rund 34 Prozent. Den Angaben zufolge habe der Hersteller bereits nach der Bekanntgabe der Nominierung für den „Goldenen Windbeutel“ angekündigt, die kritisierten Zuckergranulat-Tees bis Ende des Jahres durch neue Produkte ohne Zuckerzusatz ersetzen zu wollen. „Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit, andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst im Sortiment: die guten alten Teebeutel“, erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch.

Auf dem zweiten Platz landete mit 27,5 Prozent der Stimmen eine Hackfleischzubereitung von „Netto“, in der pflanzliches Eiweiß 30 Prozent des Fleisches ersetzt. Außerdem ärgerten die Verbraucher noch eine Margarine mit ihrem Gesundheitsversprechen, ein alkoholfreies Bier, das nicht ganz auf Alkohol verzichtet und ein Früchtetee ohne Früchte.

Quelle: FOCUS Online