Superfood: Kleine Lebensmittel ganz groß

Sie sind gesund. Und lecker: Als „Superfood“ werden jene Lebensmittel bezeichnet, die viele wertvolle Nährstoffe beinhalten und deshalb besonders gesund sind. Klingt gut: Lecker essen und dabei auch noch Krankheiten vorbeugen. Doch der Trend aus Amerika hat Tücken. 

Der Begriff „Superfood“ stammt nicht aus der Forschung, sondern aus den Marketingabteilungen der Lebensmittelhersteller. Kein Wunder also, dass der Begriff nicht einheitlich verwendet wird: Sowohl exotische Beeren und Algen, als auch Importprodukte und heimische Allerweltsprodukte wie Äpfel und Zwiebeln werden mit dem Titel „Superfood“ geschmückt. Doch welche Produkte verdienen ihn wirklich? Und ist es wirklich notwendig, viel Geld für exotische Wundermittel auszugeben?

Exotische oder heimische Beeren?

Es gibt kaum Studien, die belegen, dass Superfood wirklich super ist. Es ist eher die Exotik, mit der Lebensmittelhersteller punkten:  Beeren aus Amerika mit klingenden Namen wie „Goji“, „Acai“ oder „Aronia“ versprechen Wunder für die Gesundheit zu wirken. Dass heimische Beeren wie Himbeeren, Brombeeren oder Johannisbeeren aber fast genauso gesund sind, wird verschwiegen. Blaubeeren zum Beispiel enthalten viele Antioxidantien, die freie Radikale binden und dadurch das Herzinfarkt-Risiko senken.

Algen oder grünes Gemüse?

Chlorella- und Spirulina-Algen sind vor allem bei Vegetariern beliebt, um mögliche Defizite auszugleichen. In der Tat sind sie reich an Eiweiß und Vitamin B 12. Doch diese Nährstoffe sind auch in Lebensmitteln enthalten, die sowieso auf den meisten Speiseplänen stehen.
Vitamin B 12 und Eiweiß sind zum Beispiel in Milchprodukten enthalten. Wer auf der Suche nach einem heimischen Superfood ist, das die Gesundheit besonders stärkt, sollte außerdem auf grünes Gemüse zurückgreifen. Brokkoli oder Spinat zum Beispiel sind besonders gesund: Eine Studie zeigte, dass Brokkoli sogar das Risiko senkt, an Blasenkrebs zu erkranken, und die Haut vor UV-Strahlung schützt. Auch Spinat ist so gesund wie sein Ruf: Er steckt voller Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem enthält Spinat muskelaufbauende Pflanzenhormone, die das Muskelwachstum beschleunigen.

Fisch, Soja, Joghurt

Als „Superfood“ gelten einige Lebensmittel, in denen mehr steckt, als man auf den ersten Blick meinen würde. Zum Beispiel Fisch. Laut Experten sollte Fisch zwei- bis dreimal pro Woche auf den Tisch. Besonders Kaltwasserfische sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die für Herz und Knochen wichtig sind. Wer keinen Fisch mag und sich trotzdem optimal mit Omega-3-Fettsäuren versorgen will, kann auch auf Walnüsse oder Eier zurückgreifen.

Besonders gesund ist auch Soja. Die kleine Bohne enthält Eiweiß, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Der hohe Eiweißgehalt sorgt für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl, was sich positiv auf das Körpergewicht auswirken kann. Ballaststoffe dagegen sollen sogar Darmkrebs vorbeugen können, wie Studien gezeigt haben.

Auch Joghurt soll sich positiv auf den Darm auswirken, enthält das wertvolle Milchprodukt doch neben zahlreichen Vitaminen auch Bakterienstämme. Übrigens ist es laut Experten nicht notwendig, auf probiotische Lebensmittel zurückzugreifen. Die sind häufig mit Zusatzstoffen angereichert, die weniger empfehlenswert sind.

Fazit: Letztlich stecken hinter dem Begriff „Superfood“ ganz gewöhnliche Lebensmittel, die Teil jeder gesunden Ernährung sein sollten. Teure Importartikel sind nicht notwendig, um sich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen – in frischen Lebensmitteln steckt alles, was Sie brauchen.

 

Quelle: www.bfel.de (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel)